Kostensenkungen lassen sich nur erreichen, wenn man zum einen die Komplexität der Anlage und des Leit- oder Automatisierungssystems verringert und zum anderen auf offene Standards setzt. Genau diese Richtung geben seit Jahren die Internettechnologien mit TCP/IP und Ethernet auch in der Industrie vor. Sie bieten die Voraussetzung zum Standardisieren und vereinfachen die Verknüpfung bis-lang unabhängig operierende Netzwerke und Infrastrukturwelten.
Auf der Prozessebene haben sich die verschiedenen Feldbusse als Standard durchgesetzt. Um wirklich alle unterschiedlichen Automatisierungsgeräte wie speicherprogrammierbare Steuerungen oder Sensoren der verschiedenen Hersteller in ein gemeinsames, flexibles Netzwerk einzubinden, lieferte Microsoft mit OPC (OLE for Process Control) einen Quasi-Industriestandard.
Heute ist die OPC Foundation für die Pflege und Verbreitung des Standards zuständig, der mittlerweile über 450 Unternehmen angehören. Ohne OPC benötigten zwei Geräte zum Datenaustausch genaue Kenntnis über die Kommunikationsmöglichkeiten des Gegenübers. Erweiterungen und Austausch gestalten sich entsprechend schwierig.
Mit OPC genügt es, für jedes Gerät genau einmal einen OPC-konformen Treiber zu schreiben. OPC basiert hauptsächlich auf Microsofts DCOM-Spezifikation. Eine Kommunikation über die Grenzen von Firewalls oder Domänen ist über einen OPC-Tunnel möglich. Aber auch ohne OPC-Tunnel kann über Router und Firewalls hinweg kommuniziert werden. Die Authentifizierung erfolgt dann über eine lokale Benutzertabelle. Der Nachteil dabei ist, dass sowohl auf dem Server als auch auf dem Client ein identischer lokaler Benutzer vorhanden sein muss, der die OPC-, bzw. DCOM-Kommunikation abwickelt. Auch das Passwort muss identisch sein!
Bei einer großen Anlage oder Produktionsstätte bei der viele unterschiedliche Geräte, Systeme und Komponenten über OPC eingebunden werden müssen, erweist sich die einzelne Zuweisung eines Benutzers für jedes Gerät mit einem individuellen Passwort als äußerst unpraktikabel bis unmöglich. Denn Echtzeitfähigkeit schließt aufwändige Security-Maßnahmen genauso aus wie Datenverschlüsselung. Um eine ausreichende Performance zu erhalten, werden die Systeme so integriert, dass sie fremden Daten im Netzwerk blind vertrauen. Mit jedem Virenscan und Security-Check, mit jeder Autorisierung und Authentifizierung eines Telegramms sinkt die Performance der Anlage dramatisch. Datenverluste aufgrund von Laufzeitfehlern und erhebliche Produktionsbeeinträchtigungen könnten die Folge sein.