Fachartikel

Einführung

Die Ausweitung von Automatisierungstechnik und Informationstechnologie sind die beiden Entwicklungen die die industrielle Produktion in den letzten Jahrzehnten bestimmt haben.
Lesen Sie in unserer Artikelserie wie beide Technologien sich zunehmend gegenseitig beeinflussen, neue Perspekiven der Produktivitätssteigerung eröffnen und gleichzeitig neuen Risiken ausgesetzt sind, denen mit abgestimmten Sicherheitsmaßnahmen begegnet werden muss.

Wozu ein Produktionsprozess die Informationstechnik braucht

Informationstechnologie bildet das Herzstück moderner Warten

Kaum eine Technologie hat die Produktionswelt in den letzten zwanzig Jahren so sehr verändert wie die Informationstechnologie. Gerade in Verbindung mit Internet- und Mobilfunktechnologien etablierte sie sich in rasantem Tempo in allen Bereichen der Fabrik, denn erst der breite Einsatz dieser Techniken ermöglicht die Vernetzung von Produktionsstätten, Anlagen und Maschinen über Standorte, Lieferketten und Ländergrenzen hinweg. Daraus resultieren Produktivitätsschübe wie sie sonst nur die Automatisierungstechnik aufwies.


Die Digitale Fabrik braucht einen zuverlässigen Schutz

New risks occur with new technologies

In den vergangenen Jahrzehnten verzeichnete die Industrie drei wesentliche Produktivitätsschübe: durch den Einsatz von Automatisierungstechnik, durch die Vernetzung von der Management- bis zur Feldebene auf Basis moderner Standards wie Ethernet, TCP/IP und ProfiNet und durch die Einführung von Bedien- und Beobachtungsgeräten mit Windows-basierten Betriebssystemen. Mit dem Einsatz von Standardlösungen lassen sich die Automatisierungssysteme effizient verbinden und die Daten für umfassende Analysen verwenden. Allerdings muss mit der gewonnenen Offenheit im Gegenzug die digitale Fabrik ausreichend gegen Angriffe von innen und außen geschützt werden


Never change a running system

Während die Lebensdauer der Geräte im Office-Umfeld typischerweise drei bis vier Jahre ist, laufen Anlagen, Systeme und Geräte im Fabrikumfeld mindestens zehn Jahre, in den meisten Fällen sogar 15 bis 20 Jahre oder darüber hinaus.

Doch wie wird deren Funktionsfähigkeit gesichert, wenn die verwendeten Betriebssysteme vom Hersteller nicht mehr unterstützt werden, wenn es keine Updates und Patches mehr gibt?


Mehr als nur Kommunikation

Industrial Ethernet

Office-Produkte setzen heute weltweit anerkannte Standards ein, doch sie erfüllen nicht alle Anforderungen der Industrie. Zuver-lässigkeit, Robustheit und vor allem Echtzeitfähigkeit sind für die anspruchsvollen Industrieapplikationen gefordert. Dies ist aber auch genau das Spannungsfeld, in dem sich das industrielle Ethernet bewegt und wo es sich vom Büronetz unterscheidet.
Im Brennpunkt stehen dabei die unterschiedlichen Konzepte zur Informationssicherheit.


Vertreibung aus dem digitalen Paradies

Vertreibung aus dem digitalen Paradies

Für den Schutz von Industrieanlagen und kritischen Infrastrukturen stellte der Trojaner Stuxnet im Sommer 2010 einen Einschnitt dar: Die Verwundbarkeit von Systemen war plötzlich nicht mehr nur Theorie und Problematik der Unternehmens IT, sondern wurde praktisch demonstriert. Niemand dachte zuvor daran, dass jemand ein Interesse und die finanziellen und technischen Möglichkeiten haben würde, in industrielle Anlagen einzudringen und versuchen würde, deren Prozesseganz gezielt zu beeinflussen. Stuxnet hat gezeigt, dass alle Beteiligten im Lebenszyklus einer Anlage umdenken und bestehende Sicherheitskonzepte neu bewerten müssen.