Tools

Site ExplorerSite Explorer
Close site explorer

Formenbau für den Rennsport

Die KME Renntechnik unterstützt seit neun Jahren mehrere Rennställe als Lieferant. Mit Flexibilität, Qualität und Schnelligkeit in der CNC-Fertigung für den Formenbau sichert sie die Erfolge auf der Rennstrecke.

Formenbau für den Rennsport

Automobiler Rennsport war für Klaus Murnauer, heute Inhaber der KME Renntechnik, schon immer ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Bereits als kleiner Junge verfolgte der gelernte Kfz-Mechaniker und studierte Maschinenbautechniker mit großen Augen, wie die schnellen Fahrzeuge über die Rennstrecken donnerten. Während Ausbildung, Studium und ersten Beschäftigungsverhältnissen lernte er dann den Aufbau von Kraftfahrzeugen und die vielfältigen Bereiche des Maschinenbaus kennen. Als Inhaber der KME Renntechnik bringt Murnauer jetzt seine Erfahrungen in die Konstruktion und Fertigung von Formen und Teilen ein, die in Fahrwerken, Motoren, Getrieben etc. von Rennfahrzeugen zum Einsatz kommen. Das stetig wachsende Unternehmen beschäftigt aktuell sechs Mitarbeiter und hat sich bei vielen Rennställen einen guten Namen gemacht. Inhaber Murnauer erzählt nicht ohne Stolz: „Von uns produzierte Teile stecken in allen DTM-Marken und sind zudem in der Formel 1 zu finden. Erst kürzlich haben wir einen Großauftrag von einem bekannten Rennstall bekommen, der seine Fahrzeuge beim nächsten 24-Stunden-Rennen von Le Mans an den Start schicken wird."


Formen, Werkzeuge und Fertigteile von höchster Präzision und Zuverlässigkeit sind das Markenzeichen von KME. Dabei werden Metalle ebenso verarbeitet wie Kunststoffe und Carbon. Ein Grund, weshalb inzwischen auch andere Branchen auf das Unternehmen aus Rott am Inn aufmerksam geworden sind. Zwar dominiert der Rennsport mit knapp 70 Prozent das Kundenranking, aber auch Unternehmen aus der Medizintechnik sowie der Luft- und Raumfahrt (die Zertifizierung für Flugzeugteile läuft bereits) nehmen an Bedeutung zu.

Kurze Durchlaufzeiten dank Mensch und Maschinen

Alois Penzkofer, User Support und Promoter bei Siemens, Klaus Murnauer, Inhaber von KME Renntechnik, und Maik Fritsche, Vertriebsmitarbeiter von Böhm Werkzeug-maschinen GmbH, (v. l. n. r.) freuen sich über die erfolgreiche Zusammenarbeit

Worauf basieren diese Erfolge? Als Antwort nennt der Unternehmer das umfangreiche Know-how sowie die Flexibilität und kurzen Durchlaufzeiten. Das Einhalten von Genauigkeits- und Qualitätswerten wird von den Kunden längst als selbstverständlich vorausgesetzt. Was er mit „kurzen Durchlaufzeiten" meint, erklärt der Fertigungsprofi am Beispiel von Varianten eines aufwendigen Laminierwerkzeugs: „Wir legen am Anfang gemeinsam mit dem Kunden die Größe und Ausprägung des Bauteils fest und beschaffen parallel dazu schon das Material. Wenn es sich um ein kompliziertes Bauteil mit Freiformflächen handelt, konstruieren und programmieren wir es an unserem CAD/CAM-System, spielen das Programm via Netzwerk auf die SINUMERIK 840D sl und starten unser simultanes 5-Achs-Zentrum U5-620 von Spinner." Am Ende müssen seine Mitarbeiter das präzise zerspante Laminierwerkzeug nur noch strich- oder hochglanzpolieren und gegenbenenfalls montieren. „Je nach Komplexität brauchen wir für den kompletten Vorgang nur drei bis fünf Tage", ergänzt der KME-Chef.

Möglich ist das, weil alle Mitarbeiter am selben Strang ziehen und bei Bedarf einen 24-Stunden-Schichtbetrieb ermöglichen. Auch den auf Siemens-Steuerungstechnik basierenden Maschinenpark sieht man bei KME als entscheidenden Erfolgsfaktor. Insbesondere die zwei 2012 angeschafften 5-Achs-Zentren U5-620 von Spinner mit SINUMERIK 840D sl und der Benutzeroberfläche SINUMERIK Operate hebt Klaus Murnauer hervor: „Diese mit SINUMERIK ausgestatteten Zentren haben für meine Bedürfnisse das beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt." Mit wachsender Bauteilkomplexität sind 3+2 Achsen extrem hilfreich, weil dadurch meist in einer Aufspannung zerspant werden kann. Ergebnis ist eine höhere Präzision bei kürzeren Durchlaufzeiten. „Wir bekommen zudem immer mehr Anfragen für Teile mit Freiformflächen. Dank der U5-620 ist das für uns kein Problem. Schließlich können wir die fünf Achsen dieser Fräsmaschine auch simultan laufen lassen", betont der Fertigungsprofi.

5-Achs-Bearbeitung und High-End-Steuerung für hohe Qualität

Gefertigt werden viele verschiedene Teile aus unterschiedlichen Materialien, die in Fahrwerk, Karosserie, Motor und Getriebe der Rennwagen zum Einsatz kommen

Bei der U5-620 minimiert ein bis zu 55 Plätze fassendes Werkzeugmagazin mit Doppelarm-Werkzeugwechsler die Nebenzeiten und Achsbeschleunigungen von 5 m/s² erhöhen die Produktivität. Für eine hohe Werkstückgenauigkeit sorgt das digitale Wegmesssystem. So erreichen die Maschinen Positioniergenauigkeiten von Tp max. = 10 μm im Raum und Wiederholgenauigkeiten in den einzelnen Achsen von bis zu 3 μm. Für die Oberflächenrauheit kann Murnauer pauschal keine exakten Angaben machen, in diesem Zusammenhang verweist er auf die unterschiedlichen Materialien, Zustell- und Vorschubwerte. Aber er nennt ein praktisches Beispiel: „Wir setzen beim Schlichten von hochfestem Aluminium häufig einen 10er-Kugelfräser ein, der mit 10.000 min–1 dreht und bei einer Tiefen- und Seitenzustellung von jeweils 0,5 mm mit rund 12 m/min Vorschub fährt. Die von unseren Kun- den häufig geforderten Oberflächenwerte von Ra = 0,5 μm bis 0,8 μm sind so zwar nicht direkt zu erreichen – eine nur wenige Minuten dauernde, händische Nacharbeit genügt jedoch, und wir sind absolut sicher im Zielkorridor."

Hilfreich ist hierbei neben dem stabilen Maschinenaufbau die hochwertige Steuerungs- und Antriebstechnik von Siemens. KME setzt das Technologiepaket Fräsen SINUMERIK MDynamics samt der Bewegungsführung Advanced Surface in neuer Ausbaustufe ein. Die Ingenieure haben hier noch einmal die Lookahead- Funktion optimiert und einen leistungsstarken Datenkompressor integriert, der bei der Programmerzeugung die dargestellten Einzelpunkte so angleicht, dass die Maschine besonders glatte Flächen fräst. Hilfreich findet der Fertigungsprofi außerdem die intelligente Ruckbegrenzung. Mit ihr werden die Achsen trotz extremer Dynamik sanft beschleunigt und abgebremst.

Beste Bedienbarkeit für Profis und Quereinsteiger

Klaus Murnauer ist von seinen beiden 5-Achs-Zentren mit SINUMERIK 840D sl und SINUEMRIK Operate überzeugt

Darüber hinaus zeigt sich der KME- Chef von der Bedien- und Programmierbarkeit mit SINUMERIK Operate begeistert. Der Zerspanungsmechaniker und CNC-Programmierer Alexander Neumaier beispielsweise war anfangs skeptisch, als er bei KME anheuerte und ausschließlich Siemens-Steuerungen sah. Mehr als zehn Jahre lang hatte er Maschinen mit der CNC eines anderen Herstellers programmiert, und jetzt? Nach zwei Tagen waren die Bedenken verflogen: „Dass ich nach so kurzer Zeit mit SINUMERIK Operate schneller programmiere und einrichte als mit meiner früheren Steuerung, hätte ich nicht gedacht. Inzwischen erstelle ich sogar komplexe 3+2-Achsprogramme direkt an der Maschine."

Auch für Quereinsteiger, auf die Unternehmen wegen des akuten Facharbeitermangels immer häufiger angewiesen sind, ist die moderne Benutzeroberfläche vorteilhaft. Hintergrund: Die Lohnfertigungsbetriebe erwarten, dass Fertigungsmitarbeiter einfache Bauteile direkt an der Werkzeugmaschine programmieren können. Hier hilft die grafische Schrittkettenprogrammierung ShopMill, denn die CNC fragt in diesem Modus jeden einzelnen Befehl an und stellt ihn bildlich dar. Der Bediener wird also schnell und sicher vom ersten bis zum letzten Programmierschritt geführt. Bei Unklarheiten helfen Klartexthinweise. Fehler sind daher extrem unwahrscheinlich, wie der gelernte Estrichleger Georg Schartner bestätigt: „Obwohl ich aus einer ganz anderen Branche komme, habe ich es geschafft, bereits nach einem Tag Einarbeitung erste Kleinteile selbstständig und fehlerfrei zu programmieren."