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Der Turbo für Bearbeitungszentren

Die BE Technologie GmbH stellt Werkzeuge mit komplexen Freiformflächen für die Automobilindustrie her, wie zum Beispiel Heckteile von Schiebedächern oder diverse Mechanikteile

Geringere Taktzeit durch High-Speed-Setting-Zyklus

Fortschrittliche Technologie braucht qualifizierte Partner. Große Premium-Automobilhersteller und -Zulieferer schätzen deshalb oft die Zusammenarbeit mit kleinen, innovativen Werkzeug- und Formenbauern wie der BE Technologie GmbH. Das Unternehmen konnte kürzlich die Taktzeit seiner SINUMERIK gesteuerten Spinner-Bearbeitungszentren bei der Bearbeitung von Freiformflächen um bis zu 30% reduzieren. Entscheidend dafür waren Anpassungen des High-Speed-Setting-Zyklus.

Mit dem Jahr 2008 hatten sich Jens Biedermann und Jürgen Englert nicht den idealen Gründungszeitpunkt für ihr Unternehmen BE Technologie in Bischbrunn ausgesucht. Denn was zu Beginn des Jahres noch nach einem riesigen Wirtschaftsboom aussah, wandelte sich innerhalb weniger Monate zu einer weltweiten Wirtschaftskrise. Insbesondere die Automobilindustrie war davon betroffen und damit die hauptsächlich anvisierte Branche des Startup-Betriebs. „Das hat unsere erste Euphorie etwas gebremst“, erzählt Jens Biedermann. „Aber uns war klar, dass gute Arbeit, die den Automobil-Unternehmen letztlich Kosten spart, immer gebraucht wird.“

Umfassendes Know-how rund um den Werkzeugbau

Der gelernte Werkzeugmacher und studierte Maschinenbautechniker sollte Recht behalten. Was als reine Konstruktionsdienstleistung der beiden Inhaber begann, hat sich inzwischen zu einem Betrieb entwickelt, der mit 14 Mitarbeitern rund 1,8 Mio. Euro Umsatz erwirtschaftet. BE Technologie bietet mit einer leistungsstarken Konstruktionsabteilung, dem hauseigenen Werkzeugbau und der Fertigung von Metall- und Kunststoffteilen ein breites Leistungsspektrum. Basis für alle Dienstleistungen ist das umfassende Know-how rund um den Werkzeugbau. Dementsprechend legen die Geschäftsführer großen Wert auf eine gute Qualifikation ihrer Beschäftigten. „Wir setzen für alle unsere technischen Mitarbeiter eine Werkzeugmacherausbildung voraus. Denn nur dann bringen sie das notwendige Grundverständnis für viele wichtige Details im Formenbau mit“, erklärt Werkzeugmachermeister Jürgen Englert.

SINUMERIK überzeugt durch Bedienerfreundlichkeit

Als ebenso wichtig für anhaltenden Erfolg und Wachstum erachten die BE-Chefs eine moderne technische Ausstattung. Dementsprechend verfügt ihre Konstruktion über mehrere aktuelle CAD/CAM-Systeme und die Kunststofffertigung über vier moderne Spritzgießanlagen sowie eine Presse. Herzstück des modernen Werkzeugbaus sind drei CNC-Bearbeitungszentren der dreiachsigen VC-Baureihe von Spinner, die allesamt mit der High-End-Steuerung SINUMERIK 840D sl ausgestattet sind.

„Die Bedienerfreundlichkeit war bei der Wahl der CNC ausschlaggebend“, so Englert. Er hat zuvor verschiedene Steuerungen verglichen und kam mit der Benutzeroberfläche SINUMERIK Operate am besten zurecht. „Wir sind keine Zerspanungsmechaniker, können aber trotzdem nach lediglich einem Tag Einweisung die Programme aus unseren CAD/CAM-Systemen sicher übernehmen, notwendige Anpassungen vornehmen und bei Bedarf mit ShopMill einfache Programme direkt an der Maschine erstellen.“

Taktzeiten für komplexe Bauteile gesenkt

Einen weiteren Vorteil der Steuerung haben die Verantwortlichen wirklich zu schätzen gelernt. Denn während anfangs die Kunden meist Standardformen mit geraden Flächen und diversen Bohrungen forderten, werden inzwischen immer häufiger komplexe Freiformflächen beauftragt. Mit dem Spinner Bearbeitungszentrum VC750 ist das ebenso möglich wie mit der VC1200. Für die SINUMERIK 840D sl ist das gar kein Problem. Dank des Technologiepakets SINUMERIK MDynamics mit der Bewegungsführung Advanced Surface konnte der High-Speed-Setting-Zyklus 832 so optimiert werden, dass BE Technologie die Taktzeiten für komplexe Bauteile mit Freiformflächen um bis zu 30% senken konnte.

Technik im Detail - Der High-Speed-Setting-Zyklus 832

Beim Abarbeiten von CAM-Programmen muss die CNC im HSC-Bereich kürzeste NC-Sätze verarbeiten. Durch verschiedene Bearbeitungsstrategien kann mithilfe des CYCLE832 das Programm fein abgestimmt werden und die dargestellten Einzelpunkte lassen sich so anpassen, dass die Maschine ein optimales Verhältnis zwischen den Parametern Oberflächengüte, Genauigkeit und Geschwindigkeit erreicht. So wird beispielsweise bei der Schruppbearbeitung die Gewichtung auf die Geschwindigkeit gelegt, während bei der Schlichtbearbeitung der Fokus auf Genauigkeit und Oberflächengüte liegt.